SPORT IN DER KALTEN JAHRESZEIT

Ob die kalte Jahreszeit einen wirklich relevanten Einfluss auf den Sport nimmt, hängt sehr davon ab, ob ganzjährig draußen trainiert wird und ob es z.B. eine Winterpause gibt. Für den Fitnesssportler oder den Tennisspieler spielt der Einfluss des kalten Wetters z.B. eine vergleichsweise kleine Rolle. Beim Läufer, der im Regelfall ganzjährig draußen trainiert, ist die Bedeutung klimatischer Faktoren natürlich erheblich. Auch viele andere Sportler wie Fußballer, Mountainbiker, Kanuten oder Windsurfer sind im Training und Wettkampf der Kälte in erheblichem Maße ausgesetzt.

Aufgrund der niedrigen Außentemperaturen dauert das Aufwärmen länger und man kühlt bereits bei sehr kurzen Pausen wieder sehr schnell aus. Im unaufgewärmten Zustand steigt bei schnellkräftigen Belastungen die Gefahr verschiedener Verletzungen, z.B. das Auftreten von Muskelfaserrissen. Eine geringere Gewebetemperatur führt nicht nur zu Veränderungen der Viskosität, sondern auch zu Veränderungen der Nervenleitgeschwindigkeit. Die körpereigene Wahrnehmung (Propriozeption) ist beeinträchtigt. Koordinative Probleme erhöhen dann auch das Risiko schwerer Verletzungen.

Folgende Aspekte sollten beim Training in der kalten Jahreszeit berücksichtigt werden:

  • Kleidung optimal anpassen: Zwiebelschalenprinzip (durch mehrere Schichten kann ich den erforderlichen Kälteschutz verschiedenen Belastungen im Training besser anpassen). Sportkleidung, die die Nässe nach außen abgibt (ist z.B. besser als Baumwolle) und das Eindringen von Nässe von außen verhindert
  • Wind und Kälte ist ungünstige Kombination, Windschutz in vielen Sportarten im Winter sehr wichtig. Kalter Wind erhöht den Wärmeverlust proportional zur Windgeschwindigkeit. Ist die Temperatur bei Windstille z.B. -1 Grad, dann entspricht der Wärmeverlust bei gleicher Temperatur und Windgeschwindigkeiten von 16/32/48 Stundenkilometern den Temperaturen von -9/-14/-19 Grad.
  • Als Läufer verschiedene Paar Laufschuhe, damit man nicht mit nassen Schuhen laufen muss
  • Manche Sportler leiden unter einem hyperreagiblen, empfindlichen Bronchialsystem. Bei ihnen können Belastungen in der Kälte zu einer Bronchokonstriktion (Verengung der Bronchien) führen. Diese tritt erheblich seltener auf, wenn die Belastung langsam gesteigert wird.
  • Plane Deine Trainingsbelastung besonders sorgfältig und belaste Dich bei ausgeprägter Kälte nicht bis zur kompletten Erschöpfung. Bei ausgeprägter Erschöpfung werden Hypothermie bezogene Kompensationsmechanismen des Körpers beeinträchtigt. Das Risiko Hypothermie-induzierter Beeinträchtigungen steigt an.
  • Ab Temperaturen, die über minus 10 Grad hinausgehen, sollten unerfahrene Sportler nicht oder nur mit geringer Intensität draußen trainieren. Be kälteren Temperaturen als minus 20 Grad sollte nach einer Empfehlung des American College of Sports Medicine sogar Skirennen abgesagt werden.
Ein weiterer Faktor, der die Verletzungsgefahr beeinflusst, sind die früher einsetzende Dunkelheit und u.U. schlechtere Bodenverhältnisse durch nasses Laub oder Eis und Schnee. Tipp: Ggf. Trainingszeiten verschieben, Streckenplanung ändern, reflektierende Sachen tragen, ggf. LED

Was ist noch besonders wichtig?

Verhalten bei grippalen Infekten! Bei jedem grippalen Infekt ist von sportlichen Belastungen dringend abzuraten. Es besteht sonst die Gefahr einer Endokarditis/Myokarditis mit einer daraus resultierenden dauerhaften Minderung der Leistungsfähigkeit des Herzens.
Ausschlusskriterien für Training und Wettkampf: Fieber >38,0 Grad, allgemeines Krankheitsgefühl, schnelle Erschöpfbarkeit, Gliederschmerzen und eine um mehr als 10 Schläge erhöhte Ruheherzfrequenz.

Sport und Infektionen:

Sportler leiden an den gleichen Infektionen wie der Rest der Menschheit, es gibt aber einige Besonderheiten, die Empfindlichkeit von Sportlern und damit das Infektionsrisiko erhöhen können. Ausgeprägte sportliche Trainingsreize führen zu einer kurzzeitigen messbaren Belastung der körpereigenen Abwehr. In Mannschaftssportarten besteht zudem ein enger Kontakt zwischen den Team-Mitgliedern. Zusätzlich besteht im Leistungssport manchmal die Notwendigkeit trotz sehr ungünstiger klimatischer Bedingungen Trainingspläne umzusetzen. Diese Kombination erfordert eine besondere sportmedizinische Betreuung, die folgende Punkte berücksichtigt:

  • Ernährungsplanung
  • Pausen- und Erholungsplanung
  • optimale Ausrüstung
  • Nutzung präventiver Maßnahmen (Schlaf, Akupunktur (Beeinflussung der Lymphozytenveränderungen bei Fußballerinnen durch Akupunktur nach Belastung), Nahrungssupplemente)
  • langfristige Trainingsplanung
Moderate sportliche Belastung senkt das Risiko von Infekten, exzessive Belastung ist mit einer Risikosteigerung assoziiert. Die optimale Dauer, Intensität und Frequenz von Training, um das eigene Infektrisiko optimal zu beeinflussen, variiert interindividuell. Allgemeingültige wissenschaftlich abgesicherte Empfehlungen hierzu liegen zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht vor.

© Dr. med. Gerrit Borgmann & Dr. med. Ralph Schomaker

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